SO36

Adresse: Oranienstraße 190, 10999 Berlin

Kreuzberger Kiezgeschichte im SO36

Das S036 ist ohne Zweifel einer der geschichtsträchtigsten Veranstaltungsorte in Berlin. Die kleine Kreuzberger Location kann auf eine so wechselvolle Vergangenheit zurückblicken, wie sonst kaum ein  anderer Club der Hauptstadt. Wer sich hier alles schon tummelte und wie das SO36 zu einem der heute vielseitigsten Orte fürs Feiern, Unterhalten-Werden und kulturellen Erleben in Berlin wurde, ist eine durchweg spannende Geschichte.

Mit den Geschichten aus dem S036 lassen sich ganze Bücher füllen

SO36Zwischen Kottbusser Tor und Görlitzer Park, in Berlin nur Kotti und Görli genannt, direkt auf der Kreuzberger Oranienstraße liegt das SO36, benannt nach dem historischen Postzustellbezirk Berlin Süd Osten 36. Von außen weist nichts auf die lange Geschichte der Location hin. Inmitten einer unscheinbaren Hausfassade sieht man tagsüber nur ein Gittertor überschrieben mit vier Zeichen: SO36. Erst nachts, wenn das Gitter verschwunden ist und die Buchstaben leuchten, erahnt man, dass hier etwas Interessantes verborgen sein könnte.

Die Geschichte des SO36 ist lang und ereignisreich. Der Ort an sich existiert seit 1861, als er als Biergartenlokal eröffnet wurde. 1930 zog das „Kino am Heinrichplatz“ als eines der ersten Kinos in Berlin ein. Der Krieg hinterließ jedoch seine Spuren, so dass das Kino kurz nach Kriegsende seinen Betrieb einstellte. Längere Zeit stand das SO36 in der Folge leer, bis es von Künstlern besetzt in den 60ern und 70ern als Atelier genutzt wurde.

Mit dem Aufkommen der Neuen Deutschen Welle und dem Punk verwandelte sich die Location unter immer wieder wechselnder Regie zu einem Zentrum der Szene. Mitte der 80er wurde die Halle von Punks und Rockern besetzt, bis sie schließlich 1987 geräumt wurde, da es bei verschiedensten Konzerten immer wieder zu Straßenschlachten auf der Oranienburger Straße gekommen war. Seit 1990 steht das SO36 unter der Kontrolle des Sub Opus 36 e. V. wieder als Veranstaltungsort zur Verfügung.

SO36 – Jeden Monat so viel los

SO36Heute kann man im SO36 fast an jedem Tag der Woche etwas erleben. Hier wird nicht nur gefeiert, sondern auch jede Menge an andersartiger Unterhaltung geboten. Immer wiederkehrend gibt es einen Science-Slam, einen Nachtflohmarkt  und das wohltätige KiezBingo, um nur eine Auswahl zu nennen. Das SO36 bietet aber natürlich auch Platz für Party und Konzerte. In der kleinen Halle, aus der das SO 36 besteht, spielten schon Die Ärzte, Die toten Hosen, Fettes Brot, Freundeskreis, The Offspring und noch viele weitere bekannte Namen.

 Partyreihen gibt es im SO36 auch zur Genüge:

  • my ugly x, Bad Taste Party, jeden letzten Freitag im Monat
  • Gayhane, orientalisch, schwul-lesbische Party, jeden letzten Samstag im Monat
  • Roller Skate Disko, einmal monatlich, Freitag oder Samstag
  • montech, montägliche Technoparty
  • Kreuzberg Live Band Karaoke, einmal im Monat am Wochenende

Das SO36 ist ein Ort der Toleranz und Vielseitigkeit

SO36Das SO36 legt viel Wert darauf, als ein Ort der Freiheit und des fröhlichen Miteinanders angesehen zu werden. Das Publikum variiert auf Grund der enorm vielfältigen Veranstaltungen natürlich stark. Bei Parties darf man eher mit dem „alternativen Berliner Partyvolk“ rechnen, aber allein dieser Begriff beinhaltet eine schwer fassbare Bandbreite an unterschiedlichen Personen. Auch der Eintritt, so fern es einen gibt, ist immer vom Event abhängig. Die Tür ist locker und logischer Weise gibt es keinen Dresscode.

Gemäß seinem Selbstverständnis ist das SO36 übrigens auch gestaltet. Das SO36 ist nicht sauber und penible - es ist lebendig und vielseitig wie seine Besucher. Der schmale Durchgang zur Haupthalle ist gepflastert mit Postern, Aufklebern und Graffiti. Wie es sich für einen typischen Kreuzberger Kiez-Club gehört, ist alles etwas dreckig und abgenutzt, aber das soll auch so sein, das macht den Ort sympathisch und authentisch.

Fazit: Das SO36 lebt seine Tradition

Das SO36 hat nicht vergessen, woher es kommt. Es ist vermutlich der ursprünglichste Kiez-Club Berlins überhaupt. In diesem kleinen Club mit seinem etwas schmutzig verbrauchten Charme kann man so viel erleben. Es gibt hier dermaßen viele Veranstaltungen, dass man sie gar nicht alle aufführen kann. Diverse Konzert, Parties und Unterhaltungsprogramme halten für jeden Geschmack etwas bereit. Es bleibt zu hoffen, dass die ereignisreiche Geschichte des SO36 noch lange fortgeschrieben wird.

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